Die Methode C. G. Jungs im therapeutischen Prozess

Traeume, Fantasien und Bilder, die wir lieben oder die uns verfolgen - ebenso intensive Gefuehle, die durch eine Filmszene, eine Situation aus einem Buch oder aus dem Alltag ausgeloest werden koennen, begleiten uns oft Tage oder Wochen, bisweilen Jahre. Sie erzaehlen auf direkte oder symbolische Weise von unseren unbewussten Wuenschen und Erfahrungen. Dabei fuehren sie uns oft zurueck in unsere Kindheit. Diese Gefuehlserlebnisse riefen in jenen fruehen Jahren Denk- und Verhaltensmuster hervor, die im Kontext der damaligen psychischen Realitaet weise Anpassungs- und Ueberlebensstrategien waren. Und doch scheint es so, dass es gerade diese Muster sind, die psychische Gesundheit verhindern. Sich seiner inneren Welt bewusst zu werden und zu erforschen, wie ueberangepasste Muster entstanden sind, ist ein wesentlicher Teil der Therapie.

Unbewusste Musterbildung kann zu destruktivem Verhalten fuehren, vor allem auch zu Suchtverhalten - Drogen, Essen, Liebe und Aggression. Daher haben wir ein starkes Beduerfnis, unser Verstehen dieser inneren Welt zu erweitern, indem wir die unbewussten Quellen erforschen. Pathologische Symptome wie Panikattacken, Esstoerungen, Angstzustaende und Depression offenbaren eine tiefere Bedeutung. Wenn wir nicht in Beziehung zu diesen Quellen leben, leben wir in Opposotion zur Natur und zu uns selbst. Dies fuehrt zu emotionalem, psychischem und physischem Leiden und manchmal sogar zu schwerer psychosomatischer Krankheit. Ebenso fuehrt es zu Schwierigkeiten in der Beziehungsfaehigkeit. Sobald wir beginnen, das Unbewusste ernstzunehmen und damit eine Beziehung einzugehen, antwortet es. Neue Traumbilder und Themen tauchen auf und geben uns eine neue Perspektive: daran koennen wir den Prozess einer Veraenderung sehen.

Wenn wir das Unbewusste aus der Jungianischen Sicht einer menschlichen kollektiven Psyche sehen, finden wir nicht nur die vergessenen und verdraengten Erfahrungen des Einzelnen, sondern auch universelle Themen, die uns alle betreffen: sie werden manifest in kulturellen Konflikten, Koerperbild und umfassenderen Bildern der Psyche. Unsere dramatischen Projektionen auf Freunde und Liebhaber (u.a.) machen sie uns zugaenglich. Sie lassen sich integrieren und ermoeglichen dabei uns, einer Ganzheit naeher zu kommen.

©2006 Frauke Glaubitz, Licensed Jungian Analyst

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